"Warm und emotional" - das war die häufigste Äußerung nach der Veranstaltung "Nächtliche Gedanken", zu Ehren des Autors Kurt Morawietz, die letzten Sonntag uraufgeführt wurde. War sie erfolgreich? Ich denke schon, denn es funktionierte auf beiden Ebenen. Die Gehörlosen erlebten eine realtiv "normale" Veranstaltung, bei der natürlich Wiebke Kögel als Gebärdensprecherin herausstach. Ganz anders für die Hörenden, die sich für knapp 70 Minuten in einem komplett stillen Raum wiederfanden - bis auf die gelesenen Textpassagen von Alban Nikolai Herbst und einigen Geräuschspitzen im Ausdruckstanz von Aikins Hyde. Besonders verändert wirkte das Live-VJing von fALk Gärtner, denn gerade Video wird mit Musik assoziiert. Überraschend war besonders die fast greifbare Konzentration aller Beteiligten, ob auf oder vor der Bühne.
Aber die schönste Belohnung gab es dann am Schluß, eine glückliche Frau Morawietz.
Ich möchte mich auch noch kurz bei allen Beteiligten bedanken:
Wiebke Kögel - nach einem Dutzend Absagen von Gebärdensprechern war sie das "Herz der Worte und Gebärden"
Aikins Hyde, dessen Bühnenpräsenz atemberaubend war und das Publikum begeistert hat
fALk Gärtner, der die bisher größte VJ-Herausforderung angenommen hat - und gewann.
Alban Nikolai Herbst, der über seinen Schatten springen musste, um einen Text zu lesen, der quer gegen seine Ästhethik gebaut ist. Und das mit gewohnter Präzision leistete
Elke Oberheide, für Mut und Tatkraft und Organisation
Barbara Macherius, für ihre wichtige und effektive Unterstützung
Sebastian, der das Licht auf den Punkt gebracht hat
Sandra, die gute Fee und Hüterin des Schlafes von Albans Sohn
PS. und mit dem Rauchen - habe ich danach auch wieder aufgehört. Immerhin.