Mercedes
Es ist seltsam zu spüren, wie das eigene Leben immer mehr entgleitet. Hana hatte sich von einem Freund dessen alten gelben Mercedes geliehen und holte mich ab. Wir fuhren durch die Gegend, die nächste Straße ins Nichts. Jerry Lee Lewis voll aufgedreht, dass es schon fast ein bisschen wehtat. Unser Plan war, dass wir uns verirren wollten. In einem Hotel übernachten, und uns dort lieben, als hätten wir uns gerade erst kennen gelernt. Aber die ganze Zeit dachte ich nur daran, etwas verloren zu haben. Es tat weh, über uns nachzudenken, ich hatte sie verletzt, völlig sinnlos. Dann blieben die Worte weg, das Denken versickerte und verschwand. Als ich sie wiedertraf, schliefen wir das erste Mal miteinander, weil es irgendwann passieren musste. Aber es war zu spät passiert. Ich hatte so lange davon geträumt, und es war über den richtigen Zeitpunkt hinweggerutscht.
Je länger wir unterwegs waren, umso sicherer wurde ich mir: Wer die Welt geplant hatte, musste einen entscheidenden Fehler gemacht haben. Wie ein Architekt, der die Tür zum Wohnzimmer vergisst. Man weiß, dass hinter dieser Wand noch ein Zimmer ist, aber man kommt nicht rein. Dann lauscht man und hört den Fernseher. Irgendein Programm, das niemand ausgesucht hat und das ohne Bild nur rätselhafte Töne auszuspucken scheint. Ich kam gegen meine Verzweiflung einfach nicht an. Sie war tiefer als alles andere, was ich bisher in meinem Leben erlebt hatte. Erleben musste. Wenn nicht mal mehr Rock ’n’ Roll Lust aufs Leben macht, was dann? Neben mir saß die Frau, die ich immer geliebt hatte und die jetzt endlich bei mir war. Verschwendetes Glück. Es war einfach zu spät, als dass ich mich noch freuen konnte. Ich sah Hana an und spürte, dass ich sie noch immer liebte. Aber es war eine Liebe, die ein langer, dunkler Abschied geworden war.
Je länger wir unterwegs waren, umso sicherer wurde ich mir: Wer die Welt geplant hatte, musste einen entscheidenden Fehler gemacht haben. Wie ein Architekt, der die Tür zum Wohnzimmer vergisst. Man weiß, dass hinter dieser Wand noch ein Zimmer ist, aber man kommt nicht rein. Dann lauscht man und hört den Fernseher. Irgendein Programm, das niemand ausgesucht hat und das ohne Bild nur rätselhafte Töne auszuspucken scheint. Ich kam gegen meine Verzweiflung einfach nicht an. Sie war tiefer als alles andere, was ich bisher in meinem Leben erlebt hatte. Erleben musste. Wenn nicht mal mehr Rock ’n’ Roll Lust aufs Leben macht, was dann? Neben mir saß die Frau, die ich immer geliebt hatte und die jetzt endlich bei mir war. Verschwendetes Glück. Es war einfach zu spät, als dass ich mich noch freuen konnte. Ich sah Hana an und spürte, dass ich sie noch immer liebte. Aber es war eine Liebe, die ein langer, dunkler Abschied geworden war.

