Mein Leben mit Mitsu

Der Blog zu dem Buch "Mein Leben mit Mitsu"

Mein Foto
Name: Marcel Magis

Mittwoch, September 28, 2005

Shakespeare and Company



Nun gut, ich bin tatsächlich abergläubisch. Die erste Buchhandlung in Berlin, die "Mein Leben mit Mitsu" in ihr Sortiment aufnahm, war/ist Shakespeare and Company in der Ludwigkirchstraße 9a (Nähe Kudamm). Das muss einfach etwas bedeuten. Es gibt mit S & C allerdings ein riesiges Problem - ich kann die Buchhandlung nicht betreten, ohne dass ich mit neuen Büchern wieder hinaus komme. Aktuell heute: Undine Gruenter, "Pariser Libertinagen", das stilistisch ein kleines Wunder ist. Es passiert mir selten, dass ich jede einzelne Seite so sehr genieße. Ein Buch, das langsam gelesen werden sollte.

Dienstag, September 27, 2005

Nächtliche Gedanken - danach

"Warm und emotional" - das war die häufigste Äußerung nach der Veranstaltung "Nächtliche Gedanken", zu Ehren des Autors Kurt Morawietz, die letzten Sonntag uraufgeführt wurde. War sie erfolgreich? Ich denke schon, denn es funktionierte auf beiden Ebenen. Die Gehörlosen erlebten eine realtiv "normale" Veranstaltung, bei der natürlich Wiebke Kögel als Gebärdensprecherin herausstach. Ganz anders für die Hörenden, die sich für knapp 70 Minuten in einem komplett stillen Raum wiederfanden - bis auf die gelesenen Textpassagen von Alban Nikolai Herbst und einigen Geräuschspitzen im Ausdruckstanz von Aikins Hyde. Besonders verändert wirkte das Live-VJing von fALk Gärtner, denn gerade Video wird mit Musik assoziiert. Überraschend war besonders die fast greifbare Konzentration aller Beteiligten, ob auf oder vor der Bühne.

Aber die schönste Belohnung gab es dann am Schluß, eine glückliche Frau Morawietz.

Ich möchte mich auch noch kurz bei allen Beteiligten bedanken:
Wiebke Kögel - nach einem Dutzend Absagen von Gebärdensprechern war sie das "Herz der Worte und Gebärden"
Aikins Hyde, dessen Bühnenpräsenz atemberaubend war und das Publikum begeistert hat
fALk Gärtner, der die bisher größte VJ-Herausforderung angenommen hat - und gewann.
Alban Nikolai Herbst, der über seinen Schatten springen musste, um einen Text zu lesen, der quer gegen seine Ästhethik gebaut ist. Und das mit gewohnter Präzision leistete
Elke Oberheide, für Mut und Tatkraft und Organisation
Barbara Macherius, für ihre wichtige und effektive Unterstützung
Sebastian, der das Licht auf den Punkt gebracht hat
Sandra, die gute Fee und Hüterin des Schlafes von Albans Sohn

PS. und mit dem Rauchen - habe ich danach auch wieder aufgehört. Immerhin.

Donnerstag, September 22, 2005

Nächtliche Gedanken

"Nächtliche Gedanken"
Eine kleine Geschichte über das Universum und das Herz der Worte

Eine Veranstaltung für Gehörlose und Hörende, die am 25.9.2005 im Koki Hannover stattfindet - und die der Grund ist, warum ich in den letzten Wochen das bloggen und den Rest des Lebens fast gänzlich vernachlässigen musste (und wieder angefangen habe zu rauchen). Der Rahmen ist die Feier zum 75. Geburtstag des vor wenigen Jahren verstorbenen Schriftstellers Kurt Morawietz, der vor allem durch die Gründung der Literaturzeitschrift "Die Horen" bekannt wurde. Er lebte, was kaum bekannt ist, mit einer gehörlosen Frau zusammen und wuchs bei gehörlosen Eltern auf, was mich auf den Gedanken für eine etwas andere Literaturumsetzung brachte: die (sehr kurzen) Texte von Morawietz werden von Alban Nikolai Herbst gelesen und von der beeindruckenden Wiebke Kögel in Gebärdensprache umgesetzt. Tanz und Video ergänzen das Konzept, auch den Hörenden so weit wie möglich in den (Welt-)Raum der Stille zu führen.

Über den Link in der Überschrift gibt es u. a. das offizielle Programm als PDF.

Die Akteure auf der Bühne:
Aikins Hyde, Tanz
Wiebke Kögel, Gebärdensprache
Alban Nikolai Herbst, Vortrag
fALk Gärtner, Bilderwelten

Idee und Regie:
Marcel Magis

Ort:
Kommunales Kino
Sophienstraße 2
30159 Hannover

Zeit:
Sonntag, 25. September 2005, 16 Uhr

Dauer:
ca. 60min.

Eintritt:
6€/ ermäßigt 4€

Montag, September 05, 2005

DE:BUG

Fünf Punkte - das ist das Fazit einer großartigen Kritik über Mitsu in unserer aller Lieblingszeitschrift für elektronische Lebensaspekte, DE:BUG:

"Die Geschichte von seinem Leben mit Mitsu erzählt von Minimonstern und Geistern, von Sake und Sex und davon, wie es sein könnte, ohne Kompromisse zu lieben. Sie erzählt aber auch davon, wie schnell Abschied ist und wie fehlplatziert man ist, und wie sehr man sich sehnt, wenn man alleine ist. Marcel Magis gelingt es, Gedanken und Geschehen in Worte zu fassen und zu formen, die vielleicht nie passiert oder je gesagt worden sind. Diese fantastische Schöpfung lässt er dann auch noch wie eine wahre Geschichte aussehen, wie ein Dankeschön an japanische Nudelsuppe und die Besonderheiten eines neuen Tages."

Die gesamte Rezension von Sandra Sydow gibts auch auf der Mitsu Seite, ansonsten in der aktuellen Ausgabe der DE:BUG vom 25.8.2005.